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Brunch auf dem Bauernhof © Peter Mesenholl
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Jubiläumsfeier "10 Jahre Haus der Natur"

Feldberg – Am 17. Dezember feierte das Haus der Natur am Feldberg sein 10-jähriges Bestehen. Zusammen mit Minister Alexander Bonde und rund 180 Gästen wurde Rückschau auf das Erreichte gehalten sowie der Blick auf die Zukunft dieser Umweltbildungseinrichtung und der im Haus der Natur vertretenen Institutionen, des Naturparks und des Naturschutzzentrums Südschwarzwald, gerichtet.

Vor fast genau 10 Jahren, am 14. Dezember 2001, eröffnete der damalige Minister für Ländlichen Raum, Willi Stächele, feierlich das Haus der Natur als gemeinsamen Sitz der Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald und der Geschäftsstelle des Naturpark Südschwarzwald e. V.

Das Haus war das siebte und größte Naturschutzzentrum, das vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Umsetzung seiner Naturschutzstrategie eingerichtet wurde. Seitdem haben fast 360.000 Menschen die Ausstellung im Haus der Natur besucht – mit über die Jahre stetig steigender Tendenz. Insgesamt über 170 hauptamtliche, neben- und freiberufliche Mitarbeiter, Zivildienstleistende, junge Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr und Praktikanten erfüllten das Haus der Natur mit Leben und betreuten bei etwa 6.450 Führungen oder anderen Veranstaltungen des Naturschutzzentrums etwa 167.000 kleine und große begeisterte Teilnehmer.
Die Geschäftsstelle des Naturparks wickelte in diesen 10 Jahren über 800 Projekte ab und förderte sie mit einer Gesamtsumme von über 7,5 Millionen €.
Von Anfang an war eine touristische Information mit im Haus, zunächst von der Gemeinde Feldberg, später dann als Zweigstelle der Hochschwarzwald Tourismus GmbH.

Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, eröffnete die Jubiläumsveranstaltung. „Die Naturschutzzentren sind ein ideales Instrument, um den Naturschutz erfolgreich zu fördern“, so der Minister. Dies zeige sich auch in den steigenden Besucherzahlen. „Hier kann sich jeder ohne erhobenen Zeigefinger informieren lassen und mit Experten ins Gespräch kommen. In der weiter entwickelten neuen Naturschutzstrategie der grün-roten Landesregierung werden wir die Naturschutzzentren daher fest verankern“, kündigte der Minister an. Er lobte insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Naturpark Südschwarzwald innerhalb des Hauses der Natur und die daraus resultierenden Synergieeffekte.

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident des International Ressource Panel der UNEP (United Nations Environment Programme) und Gründungspräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. In seinem Beitrag „Nachhaltig handeln – die Zukunft im Blick“ stellte er die Strategie „Faktor Fünf“ für nachhaltiges Wachstum in einer verantwortungsvollen Gesellschaft vor. Als wichtigstes Ziel sieht von Weizsäcker neben einer notwendigen Erhöhung des Anteils von regenerativen Energien und der Einsparbemühungen vor allem künftig die Steigerung der Ressourceneffizienz und -Produktivität: „Eine Verfünffachung der Ressourcenproduktivität ist technisch möglich und ist ökologisch viel attraktiver als eine ansonsten Ver-35-fachung der erneuerbaren Energien. Bei einem Effizienz-Faktor Fünf reicht eine Versiebenfachung der erneuerbaren Energien“, so die Kernaussage von Weizsäckers. Bezug zu den lokalen Verantwortungsträgern stellte er her, indem er die Bedeutung saisonaler, lokaler und ökologischer Ernährung ebenfalls zur Steigerung der Energieeffizienz hervorhob. Dies sind insbesondere Themen, denen sich der Naturpark Südschwarzwald verschrieben hat.

Dr. Stefan Büchner, Leiter des Naturschutzzentrums Südschwarzwald, gab einen Rückblick über die ersten 10 Jahre des Hauses der Natur vom Baubeginn über die fast jährlich realisierten Verbesserungen und neuen Attraktionen wie etwa den Wichtelpfad, die 3D-Schau oder den „Talking Ranger“ bis hin zu einem kurzen Ausblick in die zukünftige Entwicklung des Zentrums. Nicht fehlen durften in dem Schnelldurchlauf die Menschen, die das Haus der Natur mit Leben füllten und füllen.

In der anschließenden Talkrunde würdigten die beiden Festredner zusammen mit Landrätin Dorothea Störr-Ritter als Vorstand der Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald, Landrat Walter Schneider als Vorsitzendem des Naturpark Südschwarzwald e. V., Bürgermeister Stefan Wirbser von der Gemeinde Feldberg, Prof. Dr. Ralf Roth vom Deutschen Skiverband bzw. der Stiftung Sicherheit im Skisport und Walter Sittig, Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldverein e. V. besonders den Beitrag des Hauses der Natur zu einem konstruktiven Miteinander von Naturschutz und Tourismus am höchsten Schwarzwaldberg. Deutlich wurde hervorgehoben, dass die Zukunft in einer Kooperation dieser scheinbar so gegensätzlichen Pole gesehen werde.

Landrätin Dorothea Störr-Ritter bedankte sich zudem ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses der Natur: „In den letzten Jahren wurden auf innovative Weise bedeutende Impulse gegeben und Sachinformationen sehr unterhaltsam und kreativ in die Öffentlichkeit getragen“. Als Beispiel für gelungene Umweltbildungsarbeit durch das Naturschutzzentrum Südschwarzwald ohne erhobenen Zeigefinger nannte sie den „Talking Ranger“, der jüngst mit dem Kommunikationspreis des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen „Kompass 2011“ ausgezeichnet wurde.

„Das Miteinander funktioniert hervorragend, wie bei zahlreichen gemeinsamen Aktionen der letzten Jahre deutlich geworden ist“, unterstrich auch Landrat Walter Schneider. Beispiele sind der Naturpark-Markt Feldberg vor dem Haus der Natur oder die „Lange Nacht im Haus der Natur“. Und durch die 2011 ins Leben gerufene erste „Naturpark-Schule“ Baden-Württembergs soll auch die Umweltbildungsarbeit im gesamten Naturparkgebiet verstärkt werden.

Die anfängliche Skepsis der Gemeinde Feldberg in den Anfangsjahren des Hauses der Natur gegenüber dem neu eingerichteten Naturschutzzentrum Südschwarzwald sei inzwischen einem sehr guten Miteinander gewichen, erklärte Bürgermeister Wirbser. Und augenzwinkernd ergänzte er: „Der Prozess war halt eine typische Schwarzwälder Metamorphose“.

Die Veranstaltung wurde moderiert von Klaus Gülker vom SWR. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Silver Jazz Band, deren „Kopf“ Job von Witzleben als früherer Leiter des Naturschutzreferats im Regierungspräsidium Freiburg von Anfang an mit dem Haus der Natur verbunden ist. Kulinarisch verwöhnt wurden die Gäste von den Naturparkwirten Südschwarzwald, die regionale Köstlichkeiten darboten.



Weiterführende Informationen

Das Naturschutzzentrum Südschwarzwald ist als gemeinnützige Stiftung organisiert, die am 18.03.1999 gegründet wurde. Hauptaufgaben der Stiftung sind die Pflege und Betreuung des Naturschutzgebiets Feldberg sowie die Information der Feldberg-Besucher. Neben drei fest angestellten Mitarbeitern beschäftigt das Zentrum eine ganze Menge weiterer Mitarbeiter: Zivildienstleistende bzw. Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, junge Leute im Freiwilligen Ökologischen Jahr, Praktikanten, Thekenpersonal, Sommer- und Winter-Ranger sowie zahlreiche hervorragend ausgebildete Naturführer. Der Feldberg-Ranger vom Regierungspräsidium Freiburg und der Feldberg-Förster vom Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sind dem Naturschutzzentrum angegliedert. Die ungedeckten Betriebskosten der Stiftung übernehmen das Land Baden-Württemberg (70%), die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut sowie die Gemeinde Feldberg (30%). Auch der Schwarzwaldverein unterstützt die Arbeit mit einer großzügigen jährlichen Zuwendung und durch ehrenamtliche Naturschutzstreifen.

Der Naturpark Südschwarzwald wurde 1999 gegründet. Mitglieder sind 103 Gemeinden, 5 Landkreise und 1 Stadtkreis sowie Vereine, Verbände, Unternehmen und Privatpersonen. Im Naturpark Südschwarzwald als großräumiges, ländlich geprägtes Gebiet, das sich durch eine besondere Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft auszeichnet, wird der wirtschaftende Mensch gezielt in das Konzept einbezogen, um eine nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung der Region als „Modellregion“ zu erreichen. Getragen wird er von einem breiten ehrenamtlichen Engagement. Hauptziel des Naturparks ist es, die einzigartige historisch gewachsene Kulturlandschaft des Südschwarzwaldes zu erhalten und das harmonische Miteinander von Natur und Mensch zu fördern. Dazu unterstützt er zahlreiche Projekte aus verschiedenen Bereichen wie Natur- und Klimaschutz, Umweltbildung, Kultur und Tourismus, Architektur sowie Land- und Forstwirtschaft, die mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Europäischen Union gefördert werden.

Das Haus der Natur am Feldberg besticht durch seine markante, lang gestreckte Form, das schwungvoll gebogene Dach und im Inneren durch die imposante Holzkonstruktion aus riesigen Leimbindern, die besonders in der Ausstellungshalle gut zur Geltung kommt. Der die traditionelle Idee des Eindachhofes auf moderne Weise aufgreifende Entwurf des Schramberger Architekten Peter Stollbert überzeugte schon 1999 die Jury im damaligen Architektenwettbewerb, und 2010 wurde das Haus der Natur mit dem Architekturpreis "Neues Bauen im Schwarzwald" prämiert. Von Anfang an bildet das Haus der Natur das gemeinsame Dach für die Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald und die Geschäftsstelle des Naturpark Südschwarzwald e. V.

Die Mittel für den Bau wurden unter der damaligen Ministerin Gerdi Staiblin, Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg, aus Naturschutzmitteln zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden für den Bau und die Ausstattung des Hauses sowie für die Gestaltung des Außenbereichs im Feldberggarten etwa 5 Mio. € eingesetzt.

Schon 1999 wurde mit dem Bau begonnen, jedoch erzwang der früh einsetzende Feldberg-Winter schon bald eine Baupause. Diese konnte erst im Mai 2000 beendet werden, nachdem mit schwerem Gerät der noch reichlich liegende Altschnee von der Baustelle geräumt worden war. Nach Fertigstellung der Bodenplatte und der wenigen Maurerarbeiten erfolgte der Aufbau der eindrucksvollen Holzkonstruktion im Sommer des Jahres 2000. Das Holz, eine Spende aus dem Wald der Gemeinde Feldberg, entstammte zum großen Teil Nasslagerbeständen. Die optisch wie technisch einwandfreie Qualität des Materials widerlegte eindrucksvoll die damals oft geäußerten Befürchtungen, Nasslagerholz sei aufgrund von Pilzbefall und dem ungünstigen Einfluss der Dauerbewässerung minderwertig und für tragende Konstruktionen ungeeignet.

Der Minister für Ländlichen Raum Willi Stächele eröffnete als Nachfolger Gerdi Staiblins im Amt am 14.12.2001 das Haus der Natur und übergab es feierlich seiner Bestimmung. Etwa 2.000 Besucher erlebten das neu eröffnete Infozentrum dann am ersten Betriebswochenende.

Seitdem haben fast 360.000 Menschen die abwechslungsreiche, interaktive Multimedia-Ausstellung besucht. Immer wieder konnten in den vergangenen Jahren neue, attraktive Ausstellungselemente eingeweiht werden: 2006 die 3-D-Schau, im Folgejahr das Großdiorama „Lebensräume im Südschwarzwald“, 2010 dann die neueste Attraktion, der so genannte „Talking Ranger“, der jüngst mit dem Kommunikationspreis des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen „Kompass 2011“ ausgezeichnet wurde. Auch publikumswirksame Sonderveranstaltungen wie die seit 2005 jährlich mit großem Erfolg durchgeführte „Lange Nacht im Haus der Natur“ oder die in 2-jährigem Turnus stattfindenden Naturpark-Märkte vor dem Gebäude haben das Haus der Natur weit über die Region hinaus bekannt gemacht und für ständig steigende Besucherzahlen gesorgt.

Darüber hinaus erfreut sich das Veranstaltungsangebot des Hauses außerordentlicher Beliebtheit. So nehmen im Sommer täglich bis zu 9 Schulklassen und andere Gruppen an Führungen durch die Ausstellung oder das Naturschutzgebiet Feldberg sowie an den zahlreichen naturpädagogischen Angeboten des Naturschutzzentrums teil. Der Schwerpunkt liegt in den Sommermonaten, doch auch im Winter können Besucher auf Schneeschuhen die Faszination des höchsten Schwarzwaldberges erleben. Jährlich werden so über 750 Gruppen betreut – eine gewaltige Aufgabe für die Mitarbeiter des Hauses. Besonders während sommerlicher Schlechtwetterperioden stoßen auch die im Haus der Natur vorhandenen Räumlichkeiten immer häufiger an ihre Grenzen; erste Überlegungen für eine Erweiterung des Hauses wurden bereits angestellt.

Von Anfang an wurde für den Betrieb des Infozentrums auf Kooperation gesetzt: So wird die Besetzung der Infotheke an etwa 335 Tagen im Jahr gemeinsam mit Mitarbeitern der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (früher der Tourist-Information der Gemeinde Feldberg) gewährleistet. Auch Zivildienstleistende bzw. jetzt Bundesfreiwilligendienstleistende und Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr sowie einige Mitarbeiter auf 400-€-Basis werden zeitweise hier eingesetzt. Naturschutz- und Forstverwaltung unterstützen das Naturschutzzentrum, indem der Feldberg-Ranger vom Regierungspräsidium Freiburg und ein Förster des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald für die Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung des Schutzgebietes an das Haus der Natur abgeordnet wurden. Eng ist auch die Zusammenarbeit zwischen Naturschutzzentrum und Naturpark; viele Projekte am und im Haus der Natur wurden schon gemeinsam auf den Weg gebracht.

So kann eine außerordentlich positive Bilanz der ersten zehn Betriebsjahre gezogen werden. Doch was gut ist, kann ja durchaus noch besser werden: Neue Projekte in der Ausstellung sind bereits in Arbeit und mit dem Land Baden-Württemberg als Gebäudeeigentümer wurden erste Gespräche bezüglich einer möglichen Erweiterung des Hauses der Natur aufgenommen.



Weitere Texte sowie Bildmaterial stellen wir Ihnen selbstverständlich gerne auch elektronisch zur Verfügung – sprechen Sie uns einfach an!

Pressekontakt:

Valerie Bässler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturpark Südschwarzwald,
Dr.-Pilet-Spur 4, D-79868 Feldberg, Tel. +49 7676 9336-14, Fax +49 7676 9336-414, Email: valerie.baessler@naturpark-suedschwarzwald.de



Bildnachweis:

(von links): Ernst Ulrich von Weizsäcker; Landrat Walter Schneider, Vorsitzender Naturpark Südschwarzwald e. V.; Landrätin Dorothea Störr-Ritter, Vorstand der Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald; Moderator Klaus Gülker, SWR; Minister Alexander Bonde, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg; Walter Sittig, Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldverein e. V.; Prof. Dr. Ralf Roth vom Deutschen Skiverband bzw. der Stiftung Sicherheit im Skisport; Bürgermeister Stefan Wirbser von der Gemeinde Feldberg

Quelle: Naturschutzzentrum Südschwarzwald

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veröffentlicht: Mo, 19.12.2011
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