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Brunch auf dem Bauernhof © Peter Mesenholl
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Geocaching-Workshop im Haus der Natur

Geocaching – Fluch oder Segen? Auf dem Feldberg im Südschwarzwald gehen Geocacher naturverträglich auf Schatzsuche



Feldberg – Am 14. Oktober fand im Haus der Natur der Workshop „GPS-gestützte Schnitzeljagd kontra Ruhezonen und Wegegebot?! – Geocaching im Spannungsfeld von Naturerlebnis und -schutz“ statt. Die rund 40 TeilnehmerInnen erhielten Einblicke in verschiedene Aspekte des Geocaching und konnten sich anschließend selbst auf die Suche nach einem „Schatz“ begeben. Organisatoren und Teilnehmer zogen ein positives Resümee.

Fluch oder Segen? Geocaching – eine Art elektronischen Schatzsuche – kann zwar Kinder und Jugendliche für Natur und Heimat begeistern, doch Naturschützer sind nach wie vor eher skeptisch gegenüber der neuen Technologie. Denn nicht alle Wege der Schatzsucher verlaufen entlang von ausgeschilderten Pfaden, was vor allem in ausgewiesen Schutzgebieten problematisch sein kann.

Die Umweltakademie Baden-Württemberg hat daher gemeinsam mit dem Naturschutzzentrum Südschwarzwald und dem Naturpark Südschwarzwald einen Workshop im Haus der Natur am Feldberg organisiert, um die scheinbaren Konfliktpartner zusammen zu bringen und gemeinsam Wege zu finden, Geocaching spannend und gleichzeitig naturverträglich zu gestalten. Das Naturschutzgebiet Feldberg ist dafür bestes Beispiel, denn seitdem die Teams vom Haus der Natur den Naturschutz-Geocache „HÖCHST-Spannung“ entwickelt haben, können sich Geocacher hier ganz naturverträglich auf Schatzsuche begeben.

Rund 40 Teilnehmer aus ganz verschiedenen Bereichen wie Naturschutz-, Forst- und Jagdverbänden, Naturführer, Lehrkräfte sowie Touristiker waren am 14. Oktober auf den Feldberg gekommen, um nicht nur zu diskutieren, sondern sich auch selbst auf eine Geocaching-Tour zu begeben.

Dr. Stefan Büchner, Leiter des Naturschutzzentrums Südschwarzwald, eröffnete den Workshop und stellte in seinem Beitrag dar, dass Geocaching und Naturschutz keine unvereinbaren Gegensätze sein müssen, wenn beim Legen und Suchen der Schätze ein paar grundsätzliche Regeln befolgt werden.

Peter Stocks, Jurist beim Regierungspräsidium Freiburg, lieferte den Teilnehmer Informationen über rechtliche Fragen beim Geocaching.

Valerie Bässler vom Naturpark Südschwarzwald, selber begeisterte Geocacherin, hatte für die Teilnehmer einen Probe-Geocache ausgelegt, der an den einzelnen Stationen zeigte, wie Inhalte vermittelt und sensible Gebiete gemieden werden können, ohne dass Spaß und Spannung beim Knobeln und Suchen zu kurz kommen.

Den Workshop beschloss Stephan Seyl, langjähriger Jugendreferent beim Schwarzwaldverein. Er berichtete aus seinem reichen Erfahrungsschatz, wie sich – angepasst – das Medium Geocaching in der Umweltbildung zur Erschließung neuer, sprich junger Zielgruppen einsetzen lässt.

Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald, stellte die vom Naturpark Südschwarzwald zusammengestellten „Geocaching-Guidelines“ vor. Diese richten sich besonders an Institutionen, die einen Cache legen möchten, um diesen von Anfang an naturverträglich sowie inhaltlich mit einem „Mehrwert“ zu gestalten.


Hintergrundinformationen zum Thema Geocaching

Geocaching ist eine elektronische Schatzsuche mit GPS-Gerät. Geo leitet sich von dem griechischen Wort für Erde ab, cache bedeutet im Englischen „Versteck“. Diese Verstecke – meist wasserdichte Behälter mit einem Logbuch und verschiedenen Tauschgegenständen – legen sog. Owner an. Anschließend veröffentlichen sie die verschlüsselten geografischen Koordinaten im Internet. Die sog. Geocacher machen die Verstecke dann mit Hilfe dieser Koordinaten und eines GPS-Empfängers ausfindig. Am Ziel können mitgebrachte Kleinigkeiten gegen vorhandene Objekte in der Schatzkiste getauscht werden.

Damit kann man auf spielerische Weise Kinder und Jugendliche motivieren, sich in der Natur zu bewegen. Allerdings lauert auch hier Konfliktpotential, denn wer Verstecke anlegt oder sucht, folgt nicht unbedingt den Wegegeboten in Schutzgebieten oder in Wildruhezonen. Und nicht alle Geocaching-Touren verlaufen entlang von Wegen und Pfaden. Dabei befürchten viele Naturschützer, Förster und Jäger, dass der Nutzungsdruck besonders auf Schutzgebiete noch stärker wird.Allein in Deutschland gibt es inzwischen über 190.000 versteckte Schätze, von denen einige auch im Naturschutzgebiet Feldberg liegen.

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veröffentlicht: Mo, 17.10.2011
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