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Brunch auf dem Bauernhof © Peter Mesenholl
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Erste Einsaatprojekte mit Blumenwiesensamen heimischer Wiesen – Naturpark Südschwarzwald trägt zur Erhaltung der Bergwiesen im Schwarzwald bei

Feldberg / St. Märgen / Breitnau. Seit drei Jahren läuft im Naturpark Südschwarzwald das Modellprojekt „Schwarzwälder Wiesenvielfalt“, um Samen heimischer Wildblumen und Wildgräser zu ernten und wieder für die Begrünung einzusetzen. Als einer der ersten Einsatzorte für die heimischen Wiesensamen wurde eine Fläche am Thurner ausgewählt und am 26.09.2018 eingesät.
Im Schwarzwald und im Baar-Wutach-Gebiet wurde in enger Zusammenarbeit mit Landwirten und den Landschaftserhaltungsverbänden ein Spenderflächennetz aufgebaut, auf denen das einzigartige genetische Reservoir alter Schwarzwaldwiesen in besonders guter Ausprägung zu finden ist. Die Samen werden mit dem sogenannten Wiesendruschverfahren geerntet und stehen nun für neue Wiesen und Begrünungen zur Verfügung.

Die artenarme Wiese soll im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme aufgewertet werden. Bislang waren für die Wiesen dieser Höhenlage, auf über 1000 m, typische Arten, wie die aromatisch duftende Bärwurz oder die violett blühende Schwarze Flockenblume, aus dem Schwarzwald nicht verfügbar und im Handel nicht erhältlich. Durch das Projekt konnte Diplombiologin Ulrike Stephan, die das Projekt leitet und die sich mit ihrem Unternehmen in der Region auf Wiesendruschsaat spezialisiert hat, diese Artenvielfalt als Samen ernten. Dabei werden mit dem Mähdrescher Wiesen in Abstimmung mit den Landwirten gedroschen, die Samen getrocknet und wieder für die Neuaussaat bereitgestellt. Zuvor werden die Flächen kontrolliert, um unerwünschte Pflanzen, wie Stumpfblättriger Ampfer und Kreuzkrautarten sowie nicht heimische Arten, wie die Lupine, aus den Flächen zu entfernen.

Michael Götte, der für die Timeout Jugendhilfe GmbH das Gelände bewirtschaftet, begrüßt die Aufwertung, denn arten- und kräuterreiche Wiesen passen gut in das dort betriebene Konzept der extensiven Landwirtschaft und Verwendung regionaler Produkte, wie sie auch im Thurner-Wirtshaus angeboten werden. Für den Bürgermeister der Gemeinde Breitnau, Josef Haberstroh, ist die Aufwertung ein wichtiger Beitrag zum Ausgleichskonzept des kleinen Gewerbegebiets Ödenbach II der Gemeinde.

„Die Artenvielfalt der Wiesen ist Grundlage für die Insektenvielfalt mit Schmetterlingen, Wildbienen und Hummeln, und die ist im Naturpark wichtig“, betont Holger Wegner, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald. Dabei passt das Modellprojekt sehr gut zur Kampagne „Blühender Naturpark“, die zusammen mit den Gemeinden, Naturschutzverbänden, Imkervereinen und der Landwirtschaft durchgeführt wird. „Blumenbunt und insektenfreundlich“, so wünscht sich Wegner die Zukunft der Wiese, die hier nun neu angelegt wird.

Ulrike Stephan erläutert, dass Wiesendruschgut am Thurner in Streifenansaat eingesetzt wird. Zur Vorbereitung des Saatbetts wurde die artenarme, von Löwenzahn dominierte Fläche streifenweise gefräst. Die Samen wurden in den Jahren zuvor im Juli und August mit dem Mähdrescher auf besonders schönen Wiesen im Hochschwarzwald, am Kandel, bei Hinterzarten oder bei Lenzkirch, geerntet. „Aus der Region für die Region gilt auch für das Saatgut“, erläutert Stephan. Interessant klingen die Namen der in den artenreichen Wiesen beheimateten Arten wie Schwarze Teufelskralle, Heilziest, Teufelsabbiss, Hainsimse, Große Pimpinelle, Wiesenknopf, Ruchgras und Goldhafer. Sie alle sollen künftig auf der Fläche wachsen. Mit der gleichen Methode wurden auf anderen Flächen bereits sehr gute Erfolge erzielt.

„Werden hochwertige Wiesen von Wildschweinen teils durchwühlt, können diese auch mit dem speziellen Wiesendruschgut wieder begrünt werden“, berichtet Reinhold Treiber, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Breisgau-Hochschwarzwald. Landwirte mit FFH-Mähwiesen können hier gefördert werden, da auf diesen Flächen besondere Anforderungen an die Pflanzenwelt der Wiesen gestellt sind. Auch Ausgleichsmaßnahmen, wie die am Thurner, werden durch den Zweckbetrieb des Landschaftserhaltungsverbandes mit betreut. Der Einsatz von Wiesendruschgut ist hier eine gute Chance, die gewünschte Artenvielfalt in kurzer Zeit zu erreichen, ist sich Treiber sicher und freut sich über das Projekt des Naturparks Südschwarzwald. Und die künftige Bewirtschaftung sichert die gute Entwicklung der Fläche, die in den nächsten Jahren immer wieder kontrolliert wird.

Dieses Projekt wird gefördert mit Mitteln des Landes Baden-Württembergs und der Lotterie Glücksspirale.

Fotos:
Bild 1: Vorbereitete Streifenansaat am Thurner. Hier werden künftig statt Löwenzahn wieder für den Schwarzwald typische Pflanzenarten wie die Bärwurz, Schwarze Flockenblume und das Ruchgras wachsen. Foto: Ulrike Stephan.
Bild 2: Aussaattermin am Thurner. V. r. n. l.: Bürgermeister Josef Haberstroh, Gemeinde Breitnau, Projektleiterin Ulrike Stephan und Holger Wegner, Naturpark Südschwarzwald. Foto: Naturpark Südschwarzwald.
Bild 3: Blumenbunte Wiesen sollen durch das Projekt des Naturparks Südschwarzwald gefördert werden. Die Streifenansaat hat bereits auf anderen Flächen gute Erfolge gebracht. Foto: Ulrike Stephan.

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veröffentlicht: Mi, 26.09.2018
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