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Brunch auf dem Bauernhof © Peter Mesenholl
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Einzigartige Erfolgsgeschichte: 15 Jahre Haus der Natur am Feldberg

Feldberg – Am 14. Dezember feierte das Haus der Natur am Feldberg sein 15-jähriges Bestehen. Zusammen mit Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL und weiteren Festrednern wurden die Rollen und Bedeutungen dieser Umweltbildungseinrichtung und der im Haus der Natur vertretenen Institutionen, des Naturparks und des Naturschutzzentrums Südschwarzwald, den rund 150 geladenen Gästen vorgestellt. Zudem wurden zwei neue Ausstellungselemente in der Dauerausstellung eingeweiht.

Vor genau 15 Jahren, am 14.12.2001, eröffnete der damalige Landwirtschaftsminister Willi Stächele feierlich das Haus der Natur als gemeinsamen Sitz der Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald und der Geschäftsstelle des Naturpark Südschwarzwald e. V.

Das Haus war und ist bis heute die größte Umweltbildungseinrichtung in Baden-Württemberg. Seit der Eröffnung haben über 660.000 Menschen die Ausstellung im Haus der Natur besucht, von knapp 26.000 im ersten Betriebsjahr sind die Zahlen auf mittlerweile jährlich weit über 60.000 angestiegen. Insgesamt erfüllten in diesen 15 Jahren über 250 hauptamtliche, neben- und freiberufliche Mitarbeiter, Zivildienstleistende, junge Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr und Praktikanten das Haus der Natur mit Leben und betreuten bei etwa 9.650 Führungen oder anderen Veranstaltungen des Naturschutzzentrums über 210.000 kleine und große begeisterte Teilnehmer. Viele Tausend Besucher wurden gemeinsam mit der Tourist-Information Feldberg der Hochschwarzwald Tourismus GmbH kompetent beraten und informiert. Die Geschäftsstelle des Naturparks Südschwarzwald des nunmehr mit 394.000 ha größten Naturparks in Deutschland wickelte im gleichen Zeitraum 1.240 Projekte ab und förderte sie mit 10,3 Mio. Euro.

Rund 150 Gäste waren am 14. Dezember 2016 der Einladung ins Haus der Natur gefolgt, um sein 15-jähriges Bestehen zu feiern. Landrätin Dorothea Störr-Ritter begrüßte in ihrer Eigenschaft als Vorstand der Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald die Gäste. Sie hob die außerordentlich positive Entwicklung des Hauses hervor, machte aber auch deutlich, dass das Gebäude schon seit längerer Zeit an seine Grenzen stoße und aus Sicht der Nutzer eine Erweiterung dringend anstehe.

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg betonte in ihrer Festrede, dass sich das Haus der Natur zu einem Flaggschiff des Naturschutzes und der Umweltbildung im Land entwickelt habe. Sie hob hervor, dass sich die Zusammenarbeit des Naturschutzzentrums und der Naturpark-Geschäftsstelle im Haus der Natur als außerordentlich fruchtbar erwiesen habe und die Aufgabe der modellhaften Förderung eines konstruktiven Miteinanders von Naturschutz und Tourismus hier mustergültig gelöst werde.

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). In ihrem Beitrag hob sie die immense Bedeutung von Großschutzgebieten für die biologische Vielfalt hervor. Darüber hinaus wirkten diese in vielen Bereichen tief in unsere Gesellschaft hinein, dies gehe weit über die regionale Wertschöpfung hinaus. „Großschutzgebiete sind Orte der Erholung, aber auch Orte, die aufgrund ihrer vielgestaltigen Aufgaben Menschen unterschiedlicher Generationen, sozialer Schichten und Kulturen zusammenbringen. Damit sind sie ein wichtiger Pfeiler für Mensch und Natur im Zeitalter der Globalisierung“, sagte sie und weiter: „Die Organisationen unter dem Dach des Hauses der Natur am Feldberg verankern eben diesen Pfeiler und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz und auch für die Region.“

In der anschließenden Talkrunde stellten Landrätin Marion Dammann als Vorsitzende des Naturpark Südschwarzwald e. V., Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldverein e. V., Dr. Bernd-Jürgen Seitz vom Regierungspräsidium Freiburg und Dr. Stefan Büchner, Leiter des Naturschutzzentrums Südschwarzwald, ihre Sicht auf das Haus der Natur dar. Deutlich wurde bei allen, dass das Haus der Natur als Informations- und Umweltbildungseinrichtung bestens etabliert ist und sich die enge Zusammenarbeit verschiedener Institutionen unter einem Dach bestens bewährt. Die Runde wurde moderiert von Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturpark Südschwarzwald e. V.

In den kommenden Jahren will sich das Haus der Natur weiterhin mit anspruchsvoller Umweltpädagogik und einer modernen Ausstellung sowie attraktiven Serviceleistungen präsentieren. Von Seiten der beiden Institutionen Naturpark Südschwarzwald und Naturschutzzentrum Südschwarzwald laufen derzeit intensive Bemühungen um eine Erweiterung des Hauses der Natur im Sinne einer Verbesserung der Serviceangebote für die vielen Besucher.

Bei der Jubiläumsfeier konnten zudem zwei neue Ausstellungsmodule in der Dauerausstellung eröffnet werden. Der in die Jahre gekommene Forst-Bereich erhielt mit erheblichem Finanzmitteleinsatz der Forstverwaltung Baden-Württemberg einen komplett neuen Auftritt. Hier können Besucher künftig im Tannen-Diorama den Lebensraum Wald erkunden – Blickfang dabei ist eine nachgebildete Tanne (fast) in Originalgröße sowie in lebensechten Posen dargestellte Waldbewohner. Aber auch der Wald als Wirtschaftsfaktor wird thematisiert: Im Harvester-Simulator heißt es „Einsteigen und losernten“. Worauf beim Einsatz solcher Großmaschinen im Wald zu achten ist, erklärt ein Spiel für Groß und Klein. Auch das Ausstellungsmodul des Hauptsponsors Badische Staatsbrauerei Rothaus wurde erneuert. Hier werden nicht nur Unterschiede zwischen Tannen- und Fichten-“Zäpfle“ dargestellt, sondern ein durchaus nicht ganz „bierernst“ gemeinter Film erklärt, wie die Brauerei Rothaus dem Naturschutz hilft. Hier wird die Handschrift der kreativen Köpfe in der Dauerausstellung, Feldberg-Ranger Achim Laber und Filmemacher Dirk Adam, ersichtlich.

Für musikalische Unterhaltung sorgte das Trio Appassionato mit der Sängerin Martje Vande Ginste, die von Alexandra Stumpf (Violine) und Lusine Arakelyan (Violoncello) begleitet wurde. Kulinarisch verwöhnt wurden die Gäste vom Hotel „Feldberger Hof“ sowie dem Naturpark-Wirt Rainhof Scheune in Kirchzarten, der regionale Köstlichkeiten darbot.

Pressekontakt:

Valerie Bässler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturpark Südschwarzwald,
Haus der Natur, Dr.-Pilet-Spur 4, 79868 Feldberg
Tel. 07676 9336-14, E-Mail: valerie.baessler@naturpark-suedschwarzwald.de

Bildnachweise (© Haus der Natur/Sebastian Schröder-Esch):

Bild 1: Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL überbringt Grußworte der Landesregierung zum 15-jährigen Jubiläum des Hauses der Natur am Feldberg.

Bild 2: Mit gemeinsamen Kräften enthüllen Landrätin Marion Dammann (LK Lörrach), Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Dr. Stefan Büchner (Leiter des Naturschutzzentrums) und Feldberg-Förster Achim Schlosser den neu gestalteten Forstbereich in der Ausstellung im Haus der Natur.

Bild 3: Feldberg-Förster Achim Schlosser erläutert die wichtigsten Elemente des neu gestalteten Forstbereichs in der Ausstellung im Haus der Natur.

Weiterführende Informationen

Das Haus der Natur am Feldberg besticht durch seine markante, lang gestreckte Form, das schwungvoll gebogene Dach und im Inneren durch die imposante Holzkonstruktion aus riesigen Leimbindern, die besonders in der Ausstellungshalle gut zur Geltung kommt. Der die traditionelle Idee des Eindachhofes auf moderne Weise aufgreifende Entwurf des Schramberger Architekten Peter Stollbert überzeugte schon 1999 die Jury im damaligen Architektenwettbewerb, und 2010 wurde das Haus der Natur mit dem Architekturpreis "Neues Bauen im Schwarzwald" prämiert. Von Anfang an bildet das Haus der Natur das gemeinsame Dach für die Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald und die Geschäftsstelle des Naturpark Südschwarzwald e. V.

Die Mittel für den Bau wurden unter der damaligen Ministerin Gerdi Staiblin, Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg, aus Naturschutzmitteln zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden für den Bau und die Ausstattung des Hauses sowie für die Gestaltung des Außenbereichs im Feldberggarten etwa 5 Mio. € eingesetzt.

Schon 1999 wurde mit dem Bau begonnen, jedoch erzwang der früh einsetzende Feldberg-Winter schon bald eine Baupause. Diese konnte erst im Mai 2000 beendet werden, nachdem mit schwerem Gerät der noch reichlich liegende Altschnee von der Baustelle geräumt worden war. Nach Fertigstellung der Bodenplatte und der wenigen Maurerarbeiten erfolgte der Aufbau der eindrucksvollen Holzkonstruktion im Sommer des Jahres 2000. Das Holz, eine Spende aus dem Wald der Gemeinde Feldberg, entstammte zum großen Teil Nasslagerbeständen. Die optisch wie technisch einwandfreie Qualität des Materials widerlegte eindrucksvoll die damals oft geäußerten Befürchtungen, Nasslagerholz sei aufgrund von Pilzbefall und dem ungünstigen Einfluss der Dauerbewässerung minderwertig und für tragende Konstruktionen ungeeignet.

Landwirtschaftsminister Willi Stächele eröffnete als Nachfolger Gerdi Staiblins im Amt am 14.12.2001 das Haus der Natur und übergab es feierlich seiner Bestimmung. Etwa 2.000 Besucher erlebten das neu eröffnete Infozentrum dann am ersten Betriebswochenende.

Seitdem haben über 660.000 Menschen die abwechslungsreiche, interaktive Multimedia-Ausstellung besucht. Immer wieder konnten in den vergangenen Jahren neue, attraktive Ausstellungselemente eingeweiht werden: 2012 kam das „Virtuelle Geschichtsbuch“, 2014 der „Klima-Zeitraffer“ und grundlegende Neuerungen im Themenfeld Geschichte, und 2015 wurde der gesamte Bereich „Sommertourismus“ unter Federführung der Naturpark-Geschäftsstelle erneuert. In allen neuen Elementen werden seit einigen Jahren auch Übersetzungen in Englisch und Französisch angeboten.

Auch publikumswirksame Sonderveranstaltungen wie die seit 2005 jährlich mit großem Erfolg durchgeführte „Lange Nacht im Haus der Natur“ oder die in 2-jährigem Turnus stattfindenden Naturpark-Märkte vor dem Gebäude haben das Haus der Natur weit über die Region hinaus bekannt gemacht und für ständig steigende Besucherzahlen gesorgt.

Darüber hinaus erfreut sich das Veranstaltungsangebot des Hauses außerordentlicher Beliebtheit. So nehmen im Sommer täglich bis zu 9 Schulklassen und andere Gruppen an Führungen durch die Ausstellung oder das Naturschutzgebiet Feldberg sowie an den zahlreichen naturpädagogischen Angeboten des Naturschutzzentrums teil. Der Schwerpunkt liegt in den Sommermonaten, doch auch im Winter können Besucher auf Schneeschuhen die Faszination des höchsten Schwarzwaldberges erleben. Jährlich werden so bis zu über 750 Gruppen betreut – eine gewaltige Aufgabe für die Mitarbeiter des Hauses. Besonders während sommerlicher Schlechtwetterperioden stoßen auch die im Haus der Natur vorhandenen Räumlichkeiten immer häufiger an ihre Grenzen; erste Überlegungen für eine Erweiterung des Hauses wurden bereits angestellt.

Von Anfang an wurde für den Betrieb des Infozentrums auf Kooperation gesetzt: So wird die Besetzung der Infotheke an etwa 335 Tagen im Jahr gemeinsam mit Mitarbeitern der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (früher der Tourist-Information der Gemeinde Feldberg) gewährleistet. Auch Zivildienstleistende bzw. jetzt Bundesfreiwilligendienstleistende und Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr sowie einige Mitarbeiter auf 450-€-Basis werden zeitweise hier eingesetzt. Naturschutz- und Forstverwaltung unterstützen das Naturschutzzentrum, indem der Feldberg-Ranger vom Regierungspräsidium Freiburg und ein Förster des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald für die Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung des Schutzgebietes an das Haus der Natur abgeordnet wurden. Eng ist auch die Zusammenarbeit zwischen Naturschutzzentrum und Naturpark; viele Projekte am und im Haus der Natur wurden schon gemeinsam auf den Weg gebracht.

So kann eine außerordentlich positive Bilanz der bisherigen 15 Betriebsjahre gezogen werden.

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veröffentlicht: Mi, 14.12.2016
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