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Im Naturpark Südschwarzwald © Peter Mesenholl
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Warum der Boden die Trinkwasserqualität beeinflusst

Der Bodentag in Stühlingen zeigt, wie sich die Wasserspeicherfähigkeit der Böden verbessern, Nährstoffverluste verringern und die Bodenfruchtbarkeit langfristig sichern lässt.

Stühlingen-Lausheim – Was hat der Boden mit gutem Trinkwasser zu tun? Mehr, als viele denken. Wenn Böden Nährstoffe nicht richtig speichern, gelangen sie ins Grundwasser – und das kann die Wasserqualität beeinträchtigen. Genau hier setzt das Pilotprojekt „Freiwilliger Wasserschutz“ in Stühlingen an. Am 13. Dezember 2025 lud der Naturpark Südschwarzwald e. V. Landwirtinnen und Landwirte zum Bodentag ins Gasthaus Kranz in Lausheim ein, um gemeinsam Wege zu finden, wie Böden besser Wasser speichern und Nährstoffverluste verringert werden können. Etwa 30 Personen folgten der Einladung. Mit Fachvorträgen und praktischen Versuchen zeigten die Referenten, wie eine gesunde Bodenstruktur nicht nur die Erträge sichert, sondern auch das Trinkwasser schützt.

Im Vorfeld der Veranstaltung organisierte der Naturpark Südschwarzwald e. V. gemeinsam mit dem Maschinenring Waldshut-Tiengen und dem Bodengesundheitsdienst eine Bodenprobenaktion. Die Landwirtinnen und Landwirte im Projektgebiet hatten so die Möglichkeit, umfassende Bodenanalysen durchführen zu lassen. Das Angebot wurde gut angenommen und insgesamt fast 30 Ackerflächen untersucht. Im Rahmen des Bodentags wurden die Ergebnisse der Bodenbeprobung gemeinsam besprochen und Ansätze für die Bewirtschaftung im kommenden Jahr erarbeitet. Besonders interessant war für viele Landwirtinnen und Landwirte die Tatsache, dass der Calciumanteil vieler Flächen trotz des kalkhaltigen Ausgangsgesteins unterhalb der optimalen Versorgungsstufe lag. Calcium verbindet Ton und Humus im Boden und ist deshalb für die Bodenstruktur enorm wichtig. Ein ausreichend mit Calcium versorgter Boden kann deutlich mehr Wasser aufnehmen und speichern. Dadurch lässt sich beispielsweise der Bodenverlust durch Erosion reduzieren. Gleichzeitig trägt eine verbesserte Bodenstruktur dazu bei, dass der Boden besser durchwurzelt wird. Nährstoffe werden so besser von der Pflanze aufgenommen und die Nitratwerte im Grundwasser reduziert.

Bei dem Projekt „Freiwilliger Wasserschutz“ handelt es sich um ein gemeinsames Vorgehen vom Landratsamt Waldshut, der Stadt Stühlingen, dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband e. V. (BLHV) und dem Naturpark Südschwarzwald e. V. Ziel ist es, die Qualität des Trinkwassers im Einzugsgebiet der Oberletz- und Nussbachquellen nachhaltig zu sichern. Die wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Hohenheim stellt sicher, dass die Wirkung der Maßnahmen überprüft wird. Das Projekt „Freiwilliger Wasserschutz“ in Stühlingen ist Teil des Naturpark-Projekts „Wasser, Boden, Agroforst“ und wird von verschiedenen Stiftungen sowie als Vorhaben des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 – 2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.

Ausblick: Die Zusammenarbeit geht weiter. Für 2026 sind Feldtage und Beratungsangebote geplant, damit Landwirtschaft und Wasserschutz Hand in Hand gehen.


Bildmaterial:
Bild 1_Bodenprobeentnahme: Entnahme der Bodenproben durch den Maschinenring Waldshut-Tiengen Mitte November © Naturpark Südschwarzwald e. V.
Bild 2_Bodentag_Lausheim: Bodentag des Naturpark Südschwarzwald e. V. im Gasthaus Kranz in Lausheim © Naturpark Südschwarzwald e. V.
Bild 3_Analyse_Bodenproben: Gemeinsame Analyse mitgebrachter Bodenproben mit dem Landwirtschaftsexperten Hans Koch © Naturpark Südschwarzwald e. V.
Bildrechte: Naturpark Südschwarzwald e. V.; frei zur einmaligen Veröffentlichung nur in Verbindung mit einer redaktionellen Berichterstattung über den Naturpark Südschwarzwald. 

Informationen zum Naturpark Südschwarzwald
Der Naturpark Südschwarzwald wurde 1999 gegründet und zählt mit seinen 394.000 Hektar zu den größten Naturparken Deutschlands. 115 Gemeinden, fünf Landkreise und ein Stadtkreis sowie Vereine, Verbände, Unternehmen und Privatpersonen sind Mitglieder des Naturpark Südschwarzwald e. V. Der Naturpark wird von einem breiten ehrenamtlichen Engagement getragen und versteht sich als „Werkstatt regionalen Handelns“. Gemeines Ziel mit seinen Mitgliedern und Partnerorganisationen ist die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes sowie die Erhaltung der historisch gewachsenen Kulturlandschaft im Südschwarzwald. Dank der Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg, die Lotterie Glücksspirale und die EU können Projekte aus den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Kultur und Tradition, Regionalvermarktung, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege, Klimaschutz und -anpassung, Architektur und Siedlungsentwicklung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung finanziell gefördert werden. Grundlage seiner Arbeit ist der Naturpark-Plan 2025. Alle Informationen zum Naturpark finden sich unter www.naturpark-suedschwarzwald.de.


Website zum Projekt "Wasser, Boden, Agroforst"

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> PI Bodentag in Stühlingen (PDF, ca. 279 KB)

veröffentlicht: Sa, 13.12.2025
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