Einsatz der Landwirte für bessere Trinkwasserqualität zeigt Wirkung
Positive Zwischenbilanz beim Pilotprojekt „Freiwilliger Wasserschutz“ in Stühlingen
Stühlingen/Ewattingen, 24. April 2026
Nach einem Jahr Projektlaufzeit ziehen die Beteiligten des Pilotprojekts „Freiwilliger Wasserschutz“ im Einzugsgebiet der Oberletz- und Nussbachquellen eine positive Zwischenbilanz. Beim Jahrestreffen in Stühlingen-Ewattingen berichteten Landwirtinnen und Landwirte, Projektpartner und Wissenschaft über erste Erfahrungen, umgesetzte Maßnahmen und die nächsten Schritte.
Das Projekt wird gemeinsam getragen von der Stadt Stühlingen, dem Landratsamt Waldshut, dem Naturpark Südschwarzwald e. V., dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) sowie der Universität Hohenheim. Ziel ist es, die Trinkwasserqualität langfristig zu verbessern und gleichzeitig praktikable Lösungen für die Landwirtschaft zu entwickeln.
Erste Erfahrungen aus der Praxis
Der überwiegende Teil der 31 landwirtschaftlichen Betriebe im Projektgebiet beteiligt sich aktiv am freiwilligen Wasserschutz. Im Mittelpunkt stehen betriebsindividuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, der Nährstoffspeicherung und des Wasserrückhalts. Dazu zählen unter anderem angepasste Düngestrategien, Kalkungsmaßnahmen, optimierte Bodenbearbeitung, Grünlandmanagement sowie weitere Maßnahmen zur Stärkung der Bodengesundheit.
„Wir haben bereits in der Vergangenheit versucht, über die Bewirtschaftung die Nitratwerte im Grundwasser zu reduzieren. Durch die Zusammenarbeit mit dem Naturpark haben wir neue Ansätze kennengelernt, die wir jetzt ausprobieren“, berichtete Landwirt Hans-Jürgen Büche aus Lausheim.
Auch erste praktische Effekte werden bereits sichtbar. „Durch die Umsetzung der Maßnahmen lassen sich sowohl im Grünland als auch im Ackerland Verbesserungen herbeiführen. Das ist ein Gewinn für uns Landwirte, aber auch für den Boden“, erklärte Landwirt Stefan Scheu aus Blumegg.
Kooperativer Ansatz zwischen Landwirtschaft und Verwaltung
Das Pilotprojekt setzt bewusst auf Zusammenarbeit und freiwillige Lösungen. Landwirt Ralf Burger aus Ewattingen betonte: „Für mich war ein neuer Ansatz im Projekt, dass hohe landwirtschaftliche Erträge und die Reduktion der Nitratauswaschung sich nicht ausschließen. Es geht darum, dass die eingebrachten Nährstoffe besser im Boden gespeichert und von den Pflanzen aufgenommen werden. Wenn wir dieses Ziel erreichen, haben wir eine Win-win-Situation für Landwirte und die Gemeinde.“
Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald, hob die konstruktive Zusammenarbeit mit den beteiligten Betrieben und Projektpartnern hervor. Der kooperative Ansatz zeige, dass sich Gewässerschutz und landwirtschaftliche Praxis gemeinsam weiterentwickeln lassen. Auch Bürgermeister Joachim Burger zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Projekts. Die hohe Bereitschaft der Betriebe, aktiv mitzuwirken und neue Wege zu erproben, sei ein starkes Signal für den Trinkwasserschutz vor Ort.
Wissenschaft begleitet die Maßnahmen
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Universität Hohenheim. Mithilfe moderner Messtechnik, darunter ein UV-Spektrometer an der Nussbachquelle, werden Nitratwerte kontinuierlich erfasst. Ergänzend untersuchen Fachleute Zusammenhänge zwischen Niederschlägen, Bewirtschaftung, Bodenprozessen und Wasserqualität. Die wissenschaftliche Begleitung soll dazu beitragen, die Wirkung der umgesetzten Maßnahmen nachvollziehbar zu dokumentieren und weitere Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Ausblick
Das Pilotprojekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. Eine weitere Zwischenbilanz ist für Sommer 2027 vorgesehen. Dann soll bewertet werden, welche Wirkungen die Maßnahmen entfalten und welche weiteren Schritte sinnvoll sind.
Hintergrund
Das Projektgebiet umfasst das Einzugsgebiet der Oberletz- und Nussbachquellen zwischen Ewattingen, Blumegg und Lausheim. Die Quellen sind für die Trinkwasserversorgung der Stadt Stühlingen von Bedeutung. Mit dem Pilotprojekt wird ein kooperativer Weg erprobt, um den Schutz des Grundwassers mit den Anforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu verbinden.
Die Unterstützung des Pilotprojekts „Freiwilliger Wasserschutz“ ist Teil des Projekts „Wasser, Boden, Agroforst – Landschaft klimaresilient gestalten“. Dieses wird von verschiedenen Stiftungen sowie als Vorhaben des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023–2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.
Kontakt:
Florian Schmid, Tel.: 07676-933617, Mail: florian.schmid@naturpark-suedschwarzwald.de
Weitere Informationen zum Projekt
Stühlingen/Ewattingen, 24. April 2026
Nach einem Jahr Projektlaufzeit ziehen die Beteiligten des Pilotprojekts „Freiwilliger Wasserschutz“ im Einzugsgebiet der Oberletz- und Nussbachquellen eine positive Zwischenbilanz. Beim Jahrestreffen in Stühlingen-Ewattingen berichteten Landwirtinnen und Landwirte, Projektpartner und Wissenschaft über erste Erfahrungen, umgesetzte Maßnahmen und die nächsten Schritte.
Das Projekt wird gemeinsam getragen von der Stadt Stühlingen, dem Landratsamt Waldshut, dem Naturpark Südschwarzwald e. V., dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) sowie der Universität Hohenheim. Ziel ist es, die Trinkwasserqualität langfristig zu verbessern und gleichzeitig praktikable Lösungen für die Landwirtschaft zu entwickeln.
Erste Erfahrungen aus der Praxis
Der überwiegende Teil der 31 landwirtschaftlichen Betriebe im Projektgebiet beteiligt sich aktiv am freiwilligen Wasserschutz. Im Mittelpunkt stehen betriebsindividuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, der Nährstoffspeicherung und des Wasserrückhalts. Dazu zählen unter anderem angepasste Düngestrategien, Kalkungsmaßnahmen, optimierte Bodenbearbeitung, Grünlandmanagement sowie weitere Maßnahmen zur Stärkung der Bodengesundheit.
„Wir haben bereits in der Vergangenheit versucht, über die Bewirtschaftung die Nitratwerte im Grundwasser zu reduzieren. Durch die Zusammenarbeit mit dem Naturpark haben wir neue Ansätze kennengelernt, die wir jetzt ausprobieren“, berichtete Landwirt Hans-Jürgen Büche aus Lausheim.
Auch erste praktische Effekte werden bereits sichtbar. „Durch die Umsetzung der Maßnahmen lassen sich sowohl im Grünland als auch im Ackerland Verbesserungen herbeiführen. Das ist ein Gewinn für uns Landwirte, aber auch für den Boden“, erklärte Landwirt Stefan Scheu aus Blumegg.
Kooperativer Ansatz zwischen Landwirtschaft und Verwaltung
Das Pilotprojekt setzt bewusst auf Zusammenarbeit und freiwillige Lösungen. Landwirt Ralf Burger aus Ewattingen betonte: „Für mich war ein neuer Ansatz im Projekt, dass hohe landwirtschaftliche Erträge und die Reduktion der Nitratauswaschung sich nicht ausschließen. Es geht darum, dass die eingebrachten Nährstoffe besser im Boden gespeichert und von den Pflanzen aufgenommen werden. Wenn wir dieses Ziel erreichen, haben wir eine Win-win-Situation für Landwirte und die Gemeinde.“
Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald, hob die konstruktive Zusammenarbeit mit den beteiligten Betrieben und Projektpartnern hervor. Der kooperative Ansatz zeige, dass sich Gewässerschutz und landwirtschaftliche Praxis gemeinsam weiterentwickeln lassen. Auch Bürgermeister Joachim Burger zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Projekts. Die hohe Bereitschaft der Betriebe, aktiv mitzuwirken und neue Wege zu erproben, sei ein starkes Signal für den Trinkwasserschutz vor Ort.
Wissenschaft begleitet die Maßnahmen
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Universität Hohenheim. Mithilfe moderner Messtechnik, darunter ein UV-Spektrometer an der Nussbachquelle, werden Nitratwerte kontinuierlich erfasst. Ergänzend untersuchen Fachleute Zusammenhänge zwischen Niederschlägen, Bewirtschaftung, Bodenprozessen und Wasserqualität. Die wissenschaftliche Begleitung soll dazu beitragen, die Wirkung der umgesetzten Maßnahmen nachvollziehbar zu dokumentieren und weitere Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Ausblick
Das Pilotprojekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. Eine weitere Zwischenbilanz ist für Sommer 2027 vorgesehen. Dann soll bewertet werden, welche Wirkungen die Maßnahmen entfalten und welche weiteren Schritte sinnvoll sind.
Hintergrund
Das Projektgebiet umfasst das Einzugsgebiet der Oberletz- und Nussbachquellen zwischen Ewattingen, Blumegg und Lausheim. Die Quellen sind für die Trinkwasserversorgung der Stadt Stühlingen von Bedeutung. Mit dem Pilotprojekt wird ein kooperativer Weg erprobt, um den Schutz des Grundwassers mit den Anforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu verbinden.
Die Unterstützung des Pilotprojekts „Freiwilliger Wasserschutz“ ist Teil des Projekts „Wasser, Boden, Agroforst – Landschaft klimaresilient gestalten“. Dieses wird von verschiedenen Stiftungen sowie als Vorhaben des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023–2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.
Kontakt:
Florian Schmid, Tel.: 07676-933617, Mail: florian.schmid@naturpark-suedschwarzwald.de
Weitere Informationen zum Projekt
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veröffentlicht: Do, 16.04.2026
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