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Brunch auf dem Bauernhof © Peter Mesenholl
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Projekt KLIMOPASS geht in die zweite Runde

Untersuchung im Gebiet des Naturparks Südschwarzwald

Klimawandel hat auch Konsequenzen für den Naturschutz


Feldberg – In unseren Breiten wurde das Phänomen Klimawandel bisher eher als abstrakte, unseren Alltag nicht betreffende globale Herausforderung wahrgenommen. Dieses Bewusstsein hat sich seit den aufeinanderfolgenden sehr trockenen Sommern der letzten Jahre fast sprunghaft geändert. Nachrichten über bisher ungekannten Wassermangel, z. B. auf manchen Schwarzwaldhöfen, machen eine Veränderung des Klimas auch hier vor Ort greifbar(er).

Im Südschwarzwald wird der Klimawandel gravierende Auswirkungen auf Vegetation, Landschaftsbild und Landnutzung haben. Auch der Naturschutz wird betroffen sein: So ist zu erwarten, dass sich die Verbreitungsgebiete bestimmter Arten verschieben werden. Bisher bei uns nicht heimische Pflanzen und Tiere aus wärmeren Regionen können sich nach Norden ausbreiten und Talbewohner künftig auch in höheren Lagen gute Lebensbedingungen vorfinden – auf Kosten der vorhandenen, an die bisher rauen Bedingungen der Hochlagen angepassten Fauna und Flora. Dies kann dazu führen, dass seltene oder geschützte Arten aussterben. Auch die Struktur der Wälder wird sich verändern, zumal gerade die weit verbreitete Fichte empfindlich auf Trockenheit reagiert, wie es bereits die extreme Hitze und Trockenheit des Sommers 2013 zeigte.

Seit einigen Jahren schon beschäftigt sich der Naturpark Südschwarzwald mit dem Thema Klimaschutz. In diesem Zusammenhang wurde vor kurzem das Projekt „Landschaft im Klimawandel – Anpassungsstrategien für den Naturpark Südschwarzwald" abgeschlossen. Hier wurden für sechs land- und forstwirtschaftliche Modellbetriebe Klimarisiken herausgearbeitet. Bis auf die Ebene des einzelnen Waldbestandes und Ackerschlags wurden Analysen durchgeführt und Maßnahmen erarbeitet. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Land- und Forstwirtschaft einem drastischen Wandel unterliegen werden.

Gleiches gilt aber auch für Flächen, die unter naturschutzfachlichen Aspekten bedeutend sind, wie zum Beispiel Moore oder Magerwiesen. Diese werden nun in einem Folgeprojekt in den Mittelpunkt der Analyse rücken. Dazu sollen die Klimaeinflüsse auf regional wichtige Grünland- und Waldschutzgebiete im Naturpark Südschwarzwald untersucht werden. Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogramms „Klimawandel und modellhafte Anpassung in Baden-Württemberg (KLIMOPASS)“ mit Haushaltsmitteln des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert und vom Naturpark Südschwarzwald gemeinsam mit der Freiburger Firma UNIQUE forestry and land use GmbH durchgeführt.

Bildnachweise (© UNIQUE GmbH)

Bild 1 + 2: Bei höheren Temperaturen und temporären Trockenphasen ist auch auf extensiven Weideflächen (z. B. Borstgrasrasen, Berg-Mähwiesen) eine deutliche Veränderung der Vegetation zu erwarten.

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veröffentlicht: Mo, 20.03.2017
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