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Im Naturpark Südschwarzwald © Peter Mesenholl
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Zwischen Beruf, Familie und Hofarbeit

Der alltägliche Spagat vieler Höfe braucht mehr Verständnis und bessere Rahmenbedingungen

Dachsberg-Wilfingen – Was auf vielen Schwarzwälder Höfen täglich geleistet wird, bleibt für Außenstehende oft unsichtbar. Während viele Menschen ihren Feierabend genießen, beginnt für zahlreiche landwirtschaftliche Familien nach dem regulären Arbeitstag erst die Arbeit auf dem eigenen Betrieb. Genau diesen Alltag lebt Familie Bär auf dem Bärenhof in Dachsberg. Hier fand die alljährliche Diskussionsrunde im Rahmen des „Brunch auf dem Bauernhof“ statt, der seit mehr als 20 Jahren vom Naturpark Südschwarzwald organisiert wird, um Landwirtschaft erlebbar zu machen. Dabei wurde deutlich, wie viel Einsatz, Leidenschaft und Zusammenhalt hinter der regionalen Landwirtschaft stehen – und warum diese Betriebe mehr gesellschaftliche Wertschätzung und verlässliche politische Unterstützung brauchen.

Rund zwei Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg werden im Nebenerwerb bewirtschaftet, in Dachsberg sind es sogar über 80 Prozent. Der Bärenhof der Familie Bär steht beispielhaft für diese Entwicklung. Dirk und Sandra Bär führen den Betrieb gemeinsam mit Dirk Bärs Vater Hans-Jörg. Neben ihrem Haupterwerb bewirtschaftet die Familie rund 42 Hektar Wald, 42 Hektar Grünland und hält rund 40 Angus-Rinder. Ergänzt wird der Betrieb durch einen Hofladen, eine Brennerei, eine Eventscheune und Stellplätze für Camper.

„Viele glauben, wenn man abends von der Arbeit nach Hause kommt, ist Feierabend. Bei uns beginnt dann oft erst der zweite Arbeitstag“, schilderte Dirk Bär den Alltag auf dem Familienbetrieb. Ohne die Unterstützung seiner Frau Sandra und seines Vaters wäre der Hof heute nicht zu bewirtschaften. Jeder übernehme seinen festen Aufgabenbereich – von der Tierhaltung über die Forstwirtschaft bis hin zur Direktvermarktung und den Veranstaltungen auf dem Hof.

Dass hinter solchen Familienbetrieben weit mehr steckt als Lebensmittelproduktion, machte Marianne Koch vom Kreisvorstandsteam Lörrach des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) deutlich. Nebenerwerbslandwirtschaft lebe von Menschen, die neben Beruf und Familie mit außergewöhnlichem Engagement ihren Hof weiterführen und damit gleichzeitig Kulturlandschaft, Artenvielfalt und regionale Wertschöpfung sichern.

„Wie viel Enthusiasmus, Leidenschaft fürs Handwerk, Gottvertrauen, Know-how und Liebe zur Heimat muss so eine Familie mitbringen? Ich glaube, genau dafür müssen wir der Landwirtschaft wieder mehr Vertrauen und weniger Misstrauen entgegenbringen“, sagte Koch. Gleichzeitig brauche es politische Rahmenbedingungen, die dieser Leistung gerecht werden und den Fortbestand familiengeführter Betriebe langfristig sichern.

Auch Christina Müller vom LandFrauenverband Südbaden rückte die oft wenig sichtbare Arbeit auf den Höfen in den Mittelpunkt. Besonders Frauen organisierten heute vielerorts Büroarbeit, Direktvermarktung, Ferienangebote oder Veranstaltungen und trügen wesentlich dazu bei, dass Familienbetriebe wirtschaftlich bestehen könnten. Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft lenke den Blick auf diese häufig unterschätzten Leistungen.

Dass Dachsberg trotz anspruchsvoller Bedingungen vergleichsweise viele junge Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter zählt, hob Gemeinderätin Katja Mutter hervor. Die Verbindung von Landwirtschaft, Direktvermarktung und weiteren Betriebszweigen eröffne vielen Höfen neue Perspektiven und trage dazu bei, dass die Landwirtschaft auch künftig ein prägendes Element der Gemeinde bleibt.

Für die zweite Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald, Hannelore Reinbold-Mench, beginnt die Zukunft der Schwarzwälder Landwirtschaft nicht erst auf den Höfen, sondern auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. „Wer regionale Produkte kauft, unterstützt nicht nur unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe, sondern trägt auch dazu bei, die einzigartige Kulturlandschaft des Südschwarzwalds zu erhalten.“ Gleichzeitig sei es wichtig, bereits Kinder und Jugendliche für regionale Lebensmittel und deren Herkunft zu sensibilisieren – etwa durch Naturpark-Schulen, Naturpark-Kindergärten oder die Naturpark-Kochschule.

Der Brunch auf dem Bauernhof bot den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern nicht nur Einblicke in den Alltag eines Familienbetriebs, sondern machte auch deutlich, dass Landwirtschaft im Schwarzwald weit mehr ist als die Erzeugung von Lebensmitteln. Sie erhält Landschaften, schafft regionale Wertschöpfung und prägt das Leben im ländlichen Raum – getragen von Familien, deren Engagement häufig erst auf den zweiten Blick sichtbar wird.

Dieses Projekt wurde gefördert durch den Naturpark Südschwarzwald mit Mitteln des Landes Baden- Württemberg und der Lotterie Glücksspirale.

Bildnachweis:
Bild 2_Portrait: Dirk und Sandra Bär gewährten den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in den Alltag ihres Familienbetriebs, auf dem Beruf, Familie und Landwirtschaft täglich Hand in Hand gehen. (©Naturpark Südschwarzwald)

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veröffentlicht: Di, 04.08.2026
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Bärenhof
Dirk Bär
Birkenstr. 6
79875 Dachsberg-Wilfingen
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Telefon: 0152 08578282
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